Im Besucherbergwerk „Grube Bindweide“ sind ja seit gut 30 Jahren unzählige Vereine und Clubs aus aller Herren Länder, noch dazu mit den unterschiedlichsten Zielsetzungen und Planungen, schon zu Gast gewesen. Aber erstmals kam jetzt der Fanclub eines namhaften Bundesligisten zur Bindweide, um tief unter Tage quasi in eigener Sache auf Spurensuche zu gehen. Der Schalke-Fanclub „Null vier Wiesbaden“ spannte kurzerhand im Grubenbahnhof sein Banner auf, grüßte mit einem zünftigen „Glückauf“ und sang obendrein zum Erstaunen des Stollenteams das sogenannte Steigerlied - und zwar komplett und textsicher. „Wir möchten hier mehr über die reiche bergmännische Tradition unserer Schalker Gründerväter erfahren“, sagte Clubvorsitzender Andy Kollang.
Bekanntlich liegen die Wurzeln der Schalker 04-Fußballer ja in den Gruben des Ruhr-Reviers. Um der Welt der Bergknappen nun einmal auf den Grund zu gehen, suchte man in Wiesbaden an entsprechenden Möglichkeiten. Da der Fanclub jetzt ohnehin einen Tagesausflug in den Westerwald organisiert hatte, war die Einfahrt in die alte Erzgrube Bindweide beschlossene Sache. „Gott sei Dank ist unser Geschäftsführer Konrad Schwan heute nicht hier, denn der ist großer Bayern-Fan“, hieß es scherzhaft im Bindweide-Team.

Text u. Foto: Joachim Weger