Am Sonntag, 13. Oktober 2018
von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr
im Rathaus Gebhardshain
Eintritt frei
Rohe und geschliffene Mineralien, Schmuck,
Bergbau- und Geschenkartikel
Fach- und Sammelzubehör
Literatur

Kaffee, Kuchen und kleine Speisen erhältlich
Veranstalter: Förderverein Besucherbergwerk Grube Bindweide
In Steinebachs Untertagewelt bahnt sich ein ungewöhnliches Zusammenspiel an. Es ist die noch junge Teamarbeit zwischen Bergmannsstand und Bäckerhandwerk. Ein neues Projekt könnte schon bald, wenn denn alles planmäßig läuft, im Besucherbergwerk Grube Bindweide für Schlagzeilen sorgen: „Stollen im Stollen!“ Auf den ersten Blick wirkt der Begriff ein wenig rätselhaft, doch die Projektidee hat es in sich. So ist geplant, spezielle Butter- oder Christstollen in Steinebach reifen zu lassen.

Auf Veranlassung des Bergwerks-Fördervereins ist nun ein erster Probelauf gestartet. Es ist vorgesehen, den brotförmigen Stollen aus gehaltvollem Hefefeinteig wochenlang im kühlen und dunklen Stollen der Grube Bindweide zu lagern und in frischer Bergluft reifen zu lassen. „Gut Ding braucht Weile“, lautet das Motto im Bindweide-Team. Sollte der Probelauf gelingen, könnten später im Echtbetrieb die fertigen Stollen aus dem Stollen vielleicht zum Barbaratag am 4. Dezember in feierlichem Rahmen verkostet werden. Längst weiß man in Fachkreisen der Deutschen Innungsbäcker, dass die Reife eines butterig-saftigen Christstollens entscheidend für den Geschmack ist. Als beste Umgebung gilt das natürliche Klima in Höhlen und Bergwerksstollen.
Auch in der „Bindweide“ mit ganzjährig gleichbleibendem Grubenwetter ist von idealen Bedingungen auszugehen. Bei hoher Luftfeuchte und verhältnismäßig niedrigen Temperaturen (um 10 Grad) soll die altbekannte Spezialität gut durchziehen und sich mit dem typischen Stollenaroma zum einzigartigen Gaumenschmaus entwickeln. Schon lange hat man in Steinebach versucht, die Idee „Stollen im Stollen“ in die Tat umzusetzen. Doch es fehlte bisher an Fachleuten, die das Projekt in die Hand nehmen. Trotz preisgekrönter Vorbilder, etwa im Erzgebirge und im Vogtland, traute hierzulande so mancher Bäcker von altem Schrot und Korn dem Vorhaben nicht so recht. Bei spannender Herausforderung sei das Risiko für eine gelungene Versuchsreihe unter Tage einfach zu hoch, hieß es. Doch kürzlich wendete sich das Blatt, als nämlich Andreas Kohlhas aus Hachenburg Interesse am Versuchsprojekt zeigte. Der erfahrene Bäckermeister und Produktionsleiter vom Backhaus Hehl bereitete eine Marche von gut 50 Probestollen mit verschiedenen geschmacklichen Varianten vor, die jetzt in der „Bindweide“ lagern. „Die frischen Stollen waren 60 Minuten im Ofen, und jetzt folgt die Reife“, sagte Kohlhas im Kreis des Grubenteams.
Bevor die Stollen mit der Grubenbahn 370 Meter in den Berg transportiert und dort in einem Querschlag eingelagert wurden, erfolgte im Bahnhof erst einmal ein Geschmackstest durch die Mitarbeiter. Immerhin ist beabsichtigt, geschmackliche Veränderungen im Zuge des Reifeprozesses zu erkennen. Um später ein optimales Resultat zu erzielen, werden die Stollen unter Tage sorgsam in unterschiedlichen Hüllen gelagert. Sogar an den Schutz des Backwerks vor tierischen Fans wie Fledermäuse ist gedacht. Am Lagerort sind ohnehin wöchentliche Kontrollen inklusive Geschmackstests nötig. Förderverein-Geschäftsführer Konrad Schwan meldete sich jetzt übrigens freiwillig als erste Stollen-Testperson. Der klassische Christstollen aus wertgebenden Bestandteilen wie Butter, Mehl, Milch, Rosinen, Marzipan und anderen Füllungen hat vielerorts eine lange Tradition. Mit Puderzucker bestreut erinnerte der Stollen ursprünglich an das in Tücher eingewickelte Christkind. Der seit Jahrhundertern besonders in bergbaulichen Regionen beliebte winterliche Kuchen, auch als altes Fastengebäck bekannt, blieb oft bis in die Osterzeit genießbar.

Foto: - In der Grube Bindweide in Steinebach begann jetzt der Probelauf zum Projekt „Stollen im Stollen“. Unmittelbar vor dem Einlagern der 50 Probestollen durfte natürlich ein erster Geschmackstest nicht fehlen.

Foto und Text: Joachim Weger
Erstmals in ihrem jungen Leben genossen jetzt 22 nordirische Jungen Bergluft tief im Schoß der Erde. Zum krönenden Abschluss ihrer einwöchigen Deutschlandreise ging es in Steinebach mit einem zünftigen „Glückauf“ von Gästeführer Edwin Christ auf Entdeckungstour ins Besucherbergwerk Grube Bindweide.

Maßgebliches Ziel der Reise ins Rheinland war zwar das Beflügeln der Sprachkenntnisse im Rahmen des Deutschunterrichts, doch auf dem „Wochendienstplan“ standen namhafte Besuchsziele und Attraktionen im Großraum Koblenz. „Aber der Besuch eines echten Bergwerks ist für uns etwas ganz Neues“, freute sich im Steinebacher Grubenstollen die Deutschlehrerin Marion Lübbeke. Sie stammt aus Hannover, lebt und arbeitet bereits seit vielen Jahren in Nordirland. „Das ist doch viel besser, als bloß in Büchern über den großen deutschen Bergbau zu lesen“, hieß es euphorisch im Kreis der 12- bis 13-jährigen Schüler vom Sankt Columb`s College Derry in Nordirland.

Text und Foto: Joachim Weger
Häschen in der Grube … kennt jeder. Aber noch nie war der Osterhase in der Grube.
In diesem Jahr wird das anders.

Am Ostersonntag, 21. April und am Ostermontag, 22. April können Kinder im Rahmen der allgemeinen Führungen in der Grube Bindweide in Steinebach/Sieg kleine Osterüberraschungen finden, die der Osterhase dort versteckt hat.

An beiden Tagen ist das Besucherbergwerk von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Es gelten die üblichen Eintrittspreise.

Geöffnet ist auch an Karfreitag nachmittags. Am Karsamstag ist nachmittags ebenfalls geöffnet und dazu auch die Schmiede. Der Osterhase war dann allerdings noch nicht da. Allerdings können Kinder und Erwachsene den Schmieden bei der Arbeit zusehen und vielleicht auch ein wenig helfen.

Ein Ausflug in die Grube Bindweide lohnt während des ganzen Jahres für Erwachsene und Kinder. Neu ist in diesem Jahr die Simulationssprengwand, an der frühere Sprengarbeiten dargestellt werden.
Im Steinebacher Besucherbergwerk Bindweide kann ab sofort „gesprengt“ werden. Die neue Attraktion, eine elektro- und computertechnisch ausgeklügelte Sprengsimulation, bringt das Felsgestein tief unter Tage scheinbar zum Brennen. Es leuchtet und knallt im harten Fels, dank eines speziellen Ausbildungsprojekts, an dem sich drei Firmen beteiligt haben. „Das ist eine einzigartige Bereicherung, die wir uns lange gewünscht und erträumt haben“, freuten sich jetzt übereinstimmend beim erfolgreichen Probelauf der Anlage die 79-jährigen Team-Senioren Werner Becker und Harald Will.

Seit der jüngsten Info-Jahresfahrt des Bindweide-Teams war die simulierte Sprengung vor den Augen der Bergwerksbesucher - jedenfalls im Wunschdenken - beschlossene Sache. Das blieb natürlich nicht dem Geschäftsführer des Bindweider Fördervereins Konrad Schwan verborgen, der sich fortan für die ehrenamtliche Belegschaft stark machte. Auf der Suche nach Fachleuten für Elektrotechnik, Mechanik und Automatisierung wandte sich Schwan mit einem frohen „Glückauf“ zunächst an Steinebachs Firma WEZEK. Deren Geschäftsführer Peter Klein fand das Anliegen derart spannend und interessant, dass er es zu einer Art Herzensanliegen machte und die gewünschte Unterstützung zusagte. Recht bald schon wurde dort zum Anliegen „Sprengen“ ein Azubi-Projekt auf die Beine gestellt. Im Dienst an der guten Sache konnte auch Simon Sack gewonnen werden, der mit seinem Betrieb Refraktion-Lightdesign die Projektleitung übernahm. Alsbald hatte er die Technik projektiert und programmiert sowie die Anlage in Betrieb genommen.

Als Informatikstudent arbeitet Sack schon seit geraumer Zeit für WEZEK. Unter anderem betreut er auch ein Technologieprojekt der Firma Montaplast in Betzdorf. Als er mit deren technischem Serviceleiter Frank Weitershagen das Projekt „Sprengen“ besprach, sagte dieser ebenfalls spontan zu, mit der Ausbildungsabteilung von Montaplast das Steinebacher Projekt zu unterstützen. Technisch gesehen besteht die jetzt in Betrieb genommene Sprengsimulation aus drei Komponenten: Steuerungseinheit, Lampen und Lautsprecher für den audio-visuellen Effekt. Das Herzstück sind zwei Computerplatinen Ein Computer ist zuständig für die Ansteuerung und Wiedergabe des Audiosignals, der andere steuert die Lichtanlage. Da in Bergwerken ein extrem feuchtes und damit ein ungünstiges Klima für technische Gerätschaften ist, müssen diese wasserdicht und resistent gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit sein. So wurden für Ton- und Lichtwiedergabe Lautsprecher und LED-Lampen einer hohen IP-Schutzklasse ausgewählt.

Wegen der Sicherheit sind die Computer in einem beheizbaren und dichten Schaltschrank verbaut. Für die Sprengsimulation wurde ein kleines Computerprogramm von rund 450 Codezeilen geschrieben, welches den Ablauf, die Wiedergabe von Licht und Ton automatisiert koordiniert. Um nun unter Tage eine Sprengsequenz zu starten, betätigt der Bergführer einen Schalter und löst damit die komplette Steuerung von Ton und Licht gemäß festgelegter Reihenfolge aus. Nach erfolgter „Sprengung“ fährt die Anlage nach etwa 14 Sekunden in den Startmodus zurück.


Foto: - Als würde das Gebirge brennen: Eine Sprengsimulation ist die neue Attraktion in Steinebachs Besucherbergwerk „Bindweide“.

Text und Foto: Joachim Weger