Häschen in der Grube … kennt jeder. Aber noch nie war der Osterhase in der Grube.
In diesem Jahr wird das anders.

Am Ostersonntag, 21. April und am Ostermontag, 22. April können Kinder im Rahmen der allgemeinen Führungen in der Grube Bindweide in Steinebach/Sieg kleine Osterüberraschungen finden, die der Osterhase dort versteckt hat.

An beiden Tagen ist das Besucherbergwerk von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Es gelten die üblichen Eintrittspreise.

Geöffnet ist auch an Karfreitag nachmittags. Am Karsamstag ist nachmittags ebenfalls geöffnet und dazu auch die Schmiede. Der Osterhase war dann allerdings noch nicht da. Allerdings können Kinder und Erwachsene den Schmieden bei der Arbeit zusehen und vielleicht auch ein wenig helfen.

Ein Ausflug in die Grube Bindweide lohnt während des ganzen Jahres für Erwachsene und Kinder. Neu ist in diesem Jahr die Simulationssprengwand, an der frühere Sprengarbeiten dargestellt werden.
Tag der offenen Tür zum Thema Heilstollentherapie

Im Innern des ehemaligen Eisenerzbergwerks "Grube Bindweide" herrscht ein ganz besonderes Klima: eine gleichmäßige Temperatur von ca. 10°C, reine, pollenfreie und nahezu staubfreie Luft und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dazu gibt es unter Tage keinen störenden Lärm und keinen Elektrosmog, sondern eine wohltuend abgeschiedene Atmosphäre, in der Körper und Geist zur Ruhe kommen. Diese Bedingungen können bei vielen körperlichen und psychischen Problemen therapeutisch genutzt werden. Bei Atemwegsproblemen, bei nervlicher Anspannung, aber auch bei Neurodermitis, Migräne, Tinnitus und vielen anderen Beschwerden kann ein Aufenthalt im Heilstollen Erleichterung verschaffen.

Der mit bequemen Liegen ausgestattete Therapieraum ist ebenerdig mit der Grubenbahn erreichbar. Im warmen Schlafsack kann man hier entspannen und die reine Luft genießen.

Zur Information interessierter Gäste bieten wir auch in diesem Jahr wieder einen Tag der offenen Tür zum Thema Heilstollentherapie an.
Gerne informieren wir Sie an diesem Tag über unsere Behandlungsmöglichkeiten und laden Sie auch gerne zum Probeliegen im Heilstollen ein.

Der Tag der offenen Tür findet am Sonntag, 24.03.2019 11:00 bis 17:00 Uhr im Besucherbergwerk Grube Bindweide statt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



Erstmals in ihrem jungen Leben genossen jetzt 22 nordirische Jungen Bergluft tief im Schoß der Erde. Zum krönenden Abschluss ihrer einwöchigen Deutschlandreise ging es in Steinebach mit einem zünftigen „Glückauf“ von Gästeführer Edwin Christ auf Entdeckungstour ins Besucherbergwerk Grube Bindweide.

Maßgebliches Ziel der Reise ins Rheinland war zwar das Beflügeln der Sprachkenntnisse im Rahmen des Deutschunterrichts, doch auf dem „Wochendienstplan“ standen namhafte Besuchsziele und Attraktionen im Großraum Koblenz. „Aber der Besuch eines echten Bergwerks ist für uns etwas ganz Neues“, freute sich im Steinebacher Grubenstollen die Deutschlehrerin Marion Lübbeke. Sie stammt aus Hannover, lebt und arbeitet bereits seit vielen Jahren in Nordirland. „Das ist doch viel besser, als bloß in Büchern über den großen deutschen Bergbau zu lesen“, hieß es euphorisch im Kreis der 12- bis 13-jährigen Schüler vom Sankt Columb`s College Derry in Nordirland.

Text und Foto: Joachim Weger
Mit festlichem Gottesdienst, einem zünftigen Bergmannsessen sowie einer Saisonbetrachtung per Diavortrag wurde jetzt in Steinebach der Barbaratag gefeiert. Gemäß langjähriger Tradition lebte am Dienstag, am liturgischen Patronatstag der Heiligen Barbara, vielerorts ein gutes Stück Brauchtum wieder auf.
Auch im alten Bergmannsdorf Steinebach kommt dem Barbaratag am 4. Dezember eine besondere Bedeutung zu. In der Dorfkirche „Sankt Barbara“ fand wieder ein feierlicher Gedenk- und Dankgottesdienst zu Ehren der legendären Schutzheiligen statt. „Wenn wir zur Grube steigen, wenn sich Gefahren zeigen, beschütze uns, oh Barbara“, sang der Steinebacher Männerchor „Eintracht 1893“.
Als Zeichen der Verbundenheit nahm eine Gruppe des Besucherbergwerks „Grube Bindweide“ in schwarzen Bergkitteln sowie mit Fahne und flackerndem Geleucht teil. In Liedern und Gebeten kam das „Danke“ an den wahren Bergherrn zum Ausdruck. Alle Beteiligten blicken nämlich auf eine gut und gesund verlaufende Grubensaison mit weit über 5000 Besuchern zurück. „Wir sind heute froh, auf der Basis solch einer Tradition den Barbaratag feiern zu dürfen“, sagte Pfarrer Rudolf Reuschenbach.

Zum Tagesausklang traf sich die ehrenamtliche Belegschaft von Schmiede und Grube im Gasthof „Zum Stollen“. Bürgermeister Bernd Brato rief dem aktiven Helferteam ein frohes „Glückauf“ zu und lobte den beachtlichen Eifer der „Bindweider“ im Umgang mit der bergbaulichen Tradition. Ein Diavortag ließ die gesamte Saison 2018 Revue passieren, wobei es auch Neuigkeiten gab. Dazu zählt der jüngste Prototyp aus der Grubenschmiede: Über das Mini-Kreuz aus gehämmertem Eisen, aus dem vielleicht mal eine Kleinserie für kirchliche Anlässe entstehen soll, durfte sich jetzt Pfarrer Reuschenbach freuen.

Im gesamten Heimatgebiet ist die Barbaraverehrung tief verwurzelt. Neben den kirchlichen und bergbaulichen Gedenkfeiern sind etliche Volksbräuche überliefert. Bekannt sind die Barbarazweige. Es sind Zweige von Obstbäumen, die am liturgischen Gedenktag, am 4. Dezember, geschnitten und in eine Vase in der Wohnung gestellt werden. Die Zweige sollen dann bis zum Heiligen Abend blühen und am Christfest als Zeichen des neuen Lebens die Wohnung schmücken, getreu dem Vers:
„Knospen an Sankt Barbara, sind zum Christfest Blüten da!“
Sogar etliche Bauernregeln, meist mit Ausblick auf das Wetter, sind überliefert. Da heißt es zum Beispiel: „Sankt Barbara mit Schnee, im nächsten Jahr viel Klee!“

Das weltweite Brauchtum, das neben dem Siegerländer Bergmannsstand in vielen weiteren Berufsgruppen gepflegt wird, geht zurück bis ins 3. Jahrhundert. Gemäß der Legende ließ sichBarbara, die Tochter eines heidnischen Kaufmanns in Kleinasien, gegen den Willen des Vaters taufen. Sie hatte sich damit standhaft zum Christentum bekannt. Der strenge Vater wollte sich damit nicht abfinden und ließ seine Tochter gefangen nehmen. Barbara aber nahm mit Glaubensstärke sogar den Tod in Kauf. Am Tag es Todesurteils blühte jener alte Kirschzweig wundersam auf, den sie zuvor in ihrer Zelle in einen Wasserkrug gesteckt hatte. „Dies soll der Anfang eines neuen Lebens sein“, lautete Barbaras Überzeugung.

Text und Foto: Joachim Weger
Im Steinebacher Besucherbergwerk Bindweide kann ab sofort „gesprengt“ werden. Die neue Attraktion, eine elektro- und computertechnisch ausgeklügelte Sprengsimulation, bringt das Felsgestein tief unter Tage scheinbar zum Brennen. Es leuchtet und knallt im harten Fels, dank eines speziellen Ausbildungsprojekts, an dem sich drei Firmen beteiligt haben. „Das ist eine einzigartige Bereicherung, die wir uns lange gewünscht und erträumt haben“, freuten sich jetzt übereinstimmend beim erfolgreichen Probelauf der Anlage die 79-jährigen Team-Senioren Werner Becker und Harald Will.

Seit der jüngsten Info-Jahresfahrt des Bindweide-Teams war die simulierte Sprengung vor den Augen der Bergwerksbesucher - jedenfalls im Wunschdenken - beschlossene Sache. Das blieb natürlich nicht dem Geschäftsführer des Bindweider Fördervereins Konrad Schwan verborgen, der sich fortan für die ehrenamtliche Belegschaft stark machte. Auf der Suche nach Fachleuten für Elektrotechnik, Mechanik und Automatisierung wandte sich Schwan mit einem frohen „Glückauf“ zunächst an Steinebachs Firma WEZEK. Deren Geschäftsführer Peter Klein fand das Anliegen derart spannend und interessant, dass er es zu einer Art Herzensanliegen machte und die gewünschte Unterstützung zusagte. Recht bald schon wurde dort zum Anliegen „Sprengen“ ein Azubi-Projekt auf die Beine gestellt. Im Dienst an der guten Sache konnte auch Simon Sack gewonnen werden, der mit seinem Betrieb Refraktion-Lightdesign die Projektleitung übernahm. Alsbald hatte er die Technik projektiert und programmiert sowie die Anlage in Betrieb genommen.

Als Informatikstudent arbeitet Sack schon seit geraumer Zeit für WEZEK. Unter anderem betreut er auch ein Technologieprojekt der Firma Montaplast in Betzdorf. Als er mit deren technischem Serviceleiter Frank Weitershagen das Projekt „Sprengen“ besprach, sagte dieser ebenfalls spontan zu, mit der Ausbildungsabteilung von Montaplast das Steinebacher Projekt zu unterstützen. Technisch gesehen besteht die jetzt in Betrieb genommene Sprengsimulation aus drei Komponenten: Steuerungseinheit, Lampen und Lautsprecher für den audio-visuellen Effekt. Das Herzstück sind zwei Computerplatinen Ein Computer ist zuständig für die Ansteuerung und Wiedergabe des Audiosignals, der andere steuert die Lichtanlage. Da in Bergwerken ein extrem feuchtes und damit ein ungünstiges Klima für technische Gerätschaften ist, müssen diese wasserdicht und resistent gegenüber hoher Luftfeuchtigkeit sein. So wurden für Ton- und Lichtwiedergabe Lautsprecher und LED-Lampen einer hohen IP-Schutzklasse ausgewählt.

Wegen der Sicherheit sind die Computer in einem beheizbaren und dichten Schaltschrank verbaut. Für die Sprengsimulation wurde ein kleines Computerprogramm von rund 450 Codezeilen geschrieben, welches den Ablauf, die Wiedergabe von Licht und Ton automatisiert koordiniert. Um nun unter Tage eine Sprengsequenz zu starten, betätigt der Bergführer einen Schalter und löst damit die komplette Steuerung von Ton und Licht gemäß festgelegter Reihenfolge aus. Nach erfolgter „Sprengung“ fährt die Anlage nach etwa 14 Sekunden in den Startmodus zurück.


Foto: - Als würde das Gebirge brennen: Eine Sprengsimulation ist die neue Attraktion in Steinebachs Besucherbergwerk „Bindweide“.

Text und Foto: Joachim Weger