In Steinebachs Untertagewelt bahnt sich ein ungewöhnliches Zusammenspiel an. Es ist die noch junge Teamarbeit zwischen Bergmannsstand und Bäckerhandwerk. Ein neues Projekt könnte schon bald, wenn denn alles planmäßig läuft, im Besucherbergwerk Grube Bindweide für Schlagzeilen sorgen: „Stollen im Stollen!“ Auf den ersten Blick wirkt der Begriff ein wenig rätselhaft, doch die Projektidee hat es in sich. So ist geplant, spezielle Butter- oder Christstollen in Steinebach reifen zu lassen.

Auf Veranlassung des Bergwerks-Fördervereins ist nun ein erster Probelauf gestartet. Es ist vorgesehen, den brotförmigen Stollen aus gehaltvollem Hefefeinteig wochenlang im kühlen und dunklen Stollen der Grube Bindweide zu lagern und in frischer Bergluft reifen zu lassen. „Gut Ding braucht Weile“, lautet das Motto im Bindweide-Team. Sollte der Probelauf gelingen, könnten später im Echtbetrieb die fertigen Stollen aus dem Stollen vielleicht zum Barbaratag am 4. Dezember in feierlichem Rahmen verkostet werden. Längst weiß man in Fachkreisen der Deutschen Innungsbäcker, dass die Reife eines butterig-saftigen Christstollens entscheidend für den Geschmack ist. Als beste Umgebung gilt das natürliche Klima in Höhlen und Bergwerksstollen.
Auch in der „Bindweide“ mit ganzjährig gleichbleibendem Grubenwetter ist von idealen Bedingungen auszugehen. Bei hoher Luftfeuchte und verhältnismäßig niedrigen Temperaturen (um 10 Grad) soll die altbekannte Spezialität gut durchziehen und sich mit dem typischen Stollenaroma zum einzigartigen Gaumenschmaus entwickeln. Schon lange hat man in Steinebach versucht, die Idee „Stollen im Stollen“ in die Tat umzusetzen. Doch es fehlte bisher an Fachleuten, die das Projekt in die Hand nehmen. Trotz preisgekrönter Vorbilder, etwa im Erzgebirge und im Vogtland, traute hierzulande so mancher Bäcker von altem Schrot und Korn dem Vorhaben nicht so recht. Bei spannender Herausforderung sei das Risiko für eine gelungene Versuchsreihe unter Tage einfach zu hoch, hieß es. Doch kürzlich wendete sich das Blatt, als nämlich Andreas Kohlhas aus Hachenburg Interesse am Versuchsprojekt zeigte. Der erfahrene Bäckermeister und Produktionsleiter vom Backhaus Hehl bereitete eine Marche von gut 50 Probestollen mit verschiedenen geschmacklichen Varianten vor, die jetzt in der „Bindweide“ lagern. „Die frischen Stollen waren 60 Minuten im Ofen, und jetzt folgt die Reife“, sagte Kohlhas im Kreis des Grubenteams.
Bevor die Stollen mit der Grubenbahn 370 Meter in den Berg transportiert und dort in einem Querschlag eingelagert wurden, erfolgte im Bahnhof erst einmal ein Geschmackstest durch die Mitarbeiter. Immerhin ist beabsichtigt, geschmackliche Veränderungen im Zuge des Reifeprozesses zu erkennen. Um später ein optimales Resultat zu erzielen, werden die Stollen unter Tage sorgsam in unterschiedlichen Hüllen gelagert. Sogar an den Schutz des Backwerks vor tierischen Fans wie Fledermäuse ist gedacht. Am Lagerort sind ohnehin wöchentliche Kontrollen inklusive Geschmackstests nötig. Förderverein-Geschäftsführer Konrad Schwan meldete sich jetzt übrigens freiwillig als erste Stollen-Testperson. Der klassische Christstollen aus wertgebenden Bestandteilen wie Butter, Mehl, Milch, Rosinen, Marzipan und anderen Füllungen hat vielerorts eine lange Tradition. Mit Puderzucker bestreut erinnerte der Stollen ursprünglich an das in Tücher eingewickelte Christkind. Der seit Jahrhundertern besonders in bergbaulichen Regionen beliebte winterliche Kuchen, auch als altes Fastengebäck bekannt, blieb oft bis in die Osterzeit genießbar.

Foto: - In der Grube Bindweide in Steinebach begann jetzt der Probelauf zum Projekt „Stollen im Stollen“. Unmittelbar vor dem Einlagern der 50 Probestollen durfte natürlich ein erster Geschmackstest nicht fehlen.

Foto und Text: Joachim Weger
Heuschnupfen und Asthma - Das können sie selber tun!

Im März und April oder ab Ende Mai sind die intensivsten Zeiten – es blüht, die Pollen fliegen und wir fangen an zu niesen, die Augen brennen, wir husten und beim Atmen hört man ein Pfeifen. Die Allergiezeit ist da.
Im Vortrag am Donnerstag, den 16.05.2019 um 19.30 in der Grube Bindweide verrät Dr. med. Joachim Schwarz eine ganze Reihe an Möglichkeiten, wie Sie selber diesen Attacken vorbeugen und diese Hauptallergiezeit am besten durchstehen können – auch ohne Medikamente.
Jedermann ist herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Tag der offenen Tür zum Thema Heilstollentherapie

Im Innern des ehemaligen Eisenerzbergwerks "Grube Bindweide" herrscht ein ganz besonderes Klima: eine gleichmäßige Temperatur von ca. 10°C, reine, pollenfreie und nahezu staubfreie Luft und eine hohe Luftfeuchtigkeit. Dazu gibt es unter Tage keinen störenden Lärm und keinen Elektrosmog, sondern eine wohltuend abgeschiedene Atmosphäre, in der Körper und Geist zur Ruhe kommen. Diese Bedingungen können bei vielen körperlichen und psychischen Problemen therapeutisch genutzt werden. Bei Atemwegsproblemen, bei nervlicher Anspannung, aber auch bei Neurodermitis, Migräne, Tinnitus und vielen anderen Beschwerden kann ein Aufenthalt im Heilstollen Erleichterung verschaffen.

Der mit bequemen Liegen ausgestattete Therapieraum ist ebenerdig mit der Grubenbahn erreichbar. Im warmen Schlafsack kann man hier entspannen und die reine Luft genießen.

Zur Information interessierter Gäste bieten wir auch in diesem Jahr wieder einen Tag der offenen Tür zum Thema Heilstollentherapie an.
Gerne informieren wir Sie an diesem Tag über unsere Behandlungsmöglichkeiten und laden Sie auch gerne zum Probeliegen im Heilstollen ein.

Der Tag der offenen Tür findet am Sonntag, 24.03.2019 11:00 bis 17:00 Uhr im Besucherbergwerk Grube Bindweide statt.

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!



Häschen in der Grube … kennt jeder. Aber noch nie war der Osterhase in der Grube.
In diesem Jahr wird das anders.

Am Ostersonntag, 21. April und am Ostermontag, 22. April können Kinder im Rahmen der allgemeinen Führungen in der Grube Bindweide in Steinebach/Sieg kleine Osterüberraschungen finden, die der Osterhase dort versteckt hat.

An beiden Tagen ist das Besucherbergwerk von 14.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet. Es gelten die üblichen Eintrittspreise.

Geöffnet ist auch an Karfreitag nachmittags. Am Karsamstag ist nachmittags ebenfalls geöffnet und dazu auch die Schmiede. Der Osterhase war dann allerdings noch nicht da. Allerdings können Kinder und Erwachsene den Schmieden bei der Arbeit zusehen und vielleicht auch ein wenig helfen.

Ein Ausflug in die Grube Bindweide lohnt während des ganzen Jahres für Erwachsene und Kinder. Neu ist in diesem Jahr die Simulationssprengwand, an der frühere Sprengarbeiten dargestellt werden.
Mit festlichem Gottesdienst, einem zünftigen Bergmannsessen sowie einer Saisonbetrachtung per Diavortrag wurde jetzt in Steinebach der Barbaratag gefeiert. Gemäß langjähriger Tradition lebte am Dienstag, am liturgischen Patronatstag der Heiligen Barbara, vielerorts ein gutes Stück Brauchtum wieder auf.
Auch im alten Bergmannsdorf Steinebach kommt dem Barbaratag am 4. Dezember eine besondere Bedeutung zu. In der Dorfkirche „Sankt Barbara“ fand wieder ein feierlicher Gedenk- und Dankgottesdienst zu Ehren der legendären Schutzheiligen statt. „Wenn wir zur Grube steigen, wenn sich Gefahren zeigen, beschütze uns, oh Barbara“, sang der Steinebacher Männerchor „Eintracht 1893“.
Als Zeichen der Verbundenheit nahm eine Gruppe des Besucherbergwerks „Grube Bindweide“ in schwarzen Bergkitteln sowie mit Fahne und flackerndem Geleucht teil. In Liedern und Gebeten kam das „Danke“ an den wahren Bergherrn zum Ausdruck. Alle Beteiligten blicken nämlich auf eine gut und gesund verlaufende Grubensaison mit weit über 5000 Besuchern zurück. „Wir sind heute froh, auf der Basis solch einer Tradition den Barbaratag feiern zu dürfen“, sagte Pfarrer Rudolf Reuschenbach.

Zum Tagesausklang traf sich die ehrenamtliche Belegschaft von Schmiede und Grube im Gasthof „Zum Stollen“. Bürgermeister Bernd Brato rief dem aktiven Helferteam ein frohes „Glückauf“ zu und lobte den beachtlichen Eifer der „Bindweider“ im Umgang mit der bergbaulichen Tradition. Ein Diavortag ließ die gesamte Saison 2018 Revue passieren, wobei es auch Neuigkeiten gab. Dazu zählt der jüngste Prototyp aus der Grubenschmiede: Über das Mini-Kreuz aus gehämmertem Eisen, aus dem vielleicht mal eine Kleinserie für kirchliche Anlässe entstehen soll, durfte sich jetzt Pfarrer Reuschenbach freuen.

Im gesamten Heimatgebiet ist die Barbaraverehrung tief verwurzelt. Neben den kirchlichen und bergbaulichen Gedenkfeiern sind etliche Volksbräuche überliefert. Bekannt sind die Barbarazweige. Es sind Zweige von Obstbäumen, die am liturgischen Gedenktag, am 4. Dezember, geschnitten und in eine Vase in der Wohnung gestellt werden. Die Zweige sollen dann bis zum Heiligen Abend blühen und am Christfest als Zeichen des neuen Lebens die Wohnung schmücken, getreu dem Vers:
„Knospen an Sankt Barbara, sind zum Christfest Blüten da!“
Sogar etliche Bauernregeln, meist mit Ausblick auf das Wetter, sind überliefert. Da heißt es zum Beispiel: „Sankt Barbara mit Schnee, im nächsten Jahr viel Klee!“

Das weltweite Brauchtum, das neben dem Siegerländer Bergmannsstand in vielen weiteren Berufsgruppen gepflegt wird, geht zurück bis ins 3. Jahrhundert. Gemäß der Legende ließ sichBarbara, die Tochter eines heidnischen Kaufmanns in Kleinasien, gegen den Willen des Vaters taufen. Sie hatte sich damit standhaft zum Christentum bekannt. Der strenge Vater wollte sich damit nicht abfinden und ließ seine Tochter gefangen nehmen. Barbara aber nahm mit Glaubensstärke sogar den Tod in Kauf. Am Tag es Todesurteils blühte jener alte Kirschzweig wundersam auf, den sie zuvor in ihrer Zelle in einen Wasserkrug gesteckt hatte. „Dies soll der Anfang eines neuen Lebens sein“, lautete Barbaras Überzeugung.

Text und Foto: Joachim Weger